Am Samstag, den 22. Februar 2025 erschien im Westfälischen Anzeiger Bönen nachstehende Kolumne* des Bischofs i.R. Karl-Erich Makulla.
„Qual der Wahl“ oder sichere Entscheidungen?
Wer von uns kennt sie nicht – die Qual der Wahl. Nicht immer treffen wir unsere Entscheidungen und damit unsere Auswahl einfach und sicher. Gerade dann, wenn das Angebot größer als eins ist, wird es oftmals schwierig, sich klar zu entscheiden. Wir sitzen beispielsweise im Restaurant und lesen die Speisekarte und können uns nur schwer entscheiden. Beim Einkaufen übersteigt das Angebot oft unser Auswahlvermögen. Die Auswahl von Menschen für bestimmte Aufgaben – auch hierbei können die Beteiligten besondere Herausforderungen erleben.
Weitere Beispiele ließen sich anführen; sicherlich auch die morgige Bundestagswahl. Ein buntes Tableau von Wahlprogrammen und vielen Versprechungen steht den Wählern zur Verfügung. Immer wenn wir als Menschen eine Auswahl treffen müssen, verlassen wir uns auf unsere Erfahrungen, unsere Erkenntnisse, unser Wissen – eben auf verschiedene Informationen, die uns dabei helfen und uns auch beeinflussen werden. Letztlich sind auch unsere Motive beim Auswählen maßgebend. Nicht unerwähnt bleiben soll auch das „Bauchgefühl“, auf das mancher besonders schwört.
Wie wählt Gott eigentlich Menschen aus für bestimmte Aufgaben? Kennt er auch die Qual der Wahl? Sicher nicht – er ist schließlich Gott und kein Mensch. Man liest dazu in 1.Samuel 16, 7 (HFA-Übersetzung): „Denn ich urteile nach anderen Maßstäben als die Menschen. Für die Menschen ist wichtig, was sie mit den Augen wahrnehmen können; ich dagegen schaue jedem Menschen ins Herz“. Was ist denn das Motiv Gottes, sich gerade uns Menschen zuzuwenden, sich überhaupt mit uns zu beschäftigen? Im Johannes-Evangelium drückt es Jesus Christus deutlich aus: „Denn Gott hat die Menschen so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn für sie hergab. Jeder, der an ihn glaubt, wird nicht zugrunde gehen, sondern das ewige Leben haben“ (Joh 3,16-HFA-Übersetzung).
Als aktive Christen dürfen wir unseren Glauben an Jesus Christus dadurch bekennen, dass wir uns auch in anspruchsvollen Auswahlmomenten vom Doppelgebot der Liebe, der Gottes- und der Nächstenliebe, leiten lassen. Ich wünsche uns allen nicht die „Qual der Wahl“, sondern, dort, wo es wirklich darauf ankommt, sichere Entscheidungen im Sinne Jesu Christi – zum Wohl des Nächsten, zum Wohle unserer Gesellschaft und letztlich zum eigenen Wohlergehen! Und nicht vergessen: Man sieht nur mit dem Herzen gut!
Karl-Erich Makulla – Bischof i.R.
Neuapostolische Kirche
*Bisher erschienene Kolumnen können mit diesem Link eingesehen werden.
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