Den ersten Videogottesdienst für alle Gläubigen des Kirchenbezirks Hamm führte Bezirksältester Ralf Ermisch am 7. April 2021 in der Kirche in Bönen ohne Gemeinde und ohne Feier des Heiligen Abendmahls durch.
Zusätzlich zu den zentralen Video- und Telefongottesdiensten sollen vermehrt ab April 2021 regionale Video- und Telefonübertragungen der einzelnen Kirchenbezirke durchgeführt werden. Damit werde der Bezug der Gläubigen zu ihren bekannten Seelsorgern gestärkt.
Einleitend äußerte sich der Bezirksälteste dahingehend, dass er sich fühle wie beim ersten Gottesdienst, dass aber beim Blick durch die virtuellen Gemeinden viel Wohlwollen, viel Herzenswärme und viel Gebet spürbar sei.
Jesus ist unser Freund
Einleitend ging der Bezirksälteste kurz auf die großartige und starke Osterbotschaft des Bezirksapostels ein: Christus ist an unserer Seite, er ist unser Freund, er hilft uns, er kann auch heute noch alles.
Bibelwort des Abendgottesdienstes
Dem Abendgottesdienst lag das Bibelwort aus Johannes 21, 15 zugrunde: Da sie nun das Mahl gehalten hatten, spricht Jesus zu Petrus: Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich mehr, als mich diese lieb haben? Er spricht zu ihm: Ja Herr, du weißt, dass ich dich lieb habe. Spricht Jesus zu ihm: Weide meine Lämmer!
Im tröstenden Abendgottesdienst schälten sich drei Schwerpunkte heraus. Der misslungene Fischzug der Jünger in den Nachtstunden, das gemeinsame Mahl mit dem Auferstandenen und das Gespräch zwischen Jesus und Petrus.
Jünger erkannten Jesus nicht
Im misslungenen Fischzug leuchtet im Johannesevangelium (Joh. 21, 5) die Fürsorge Jesu in seinen Worten: "Kinder, habt ihr nichts zu essen?" besonders hervor. Die Stimmungslage der Jünger nach dem Misserfolg trotz stundenlangen Bemühens war vermutlich bedrückt, vielleicht auch angespannt. Aber dass die Jünger den Rat dessen, der am Ufer stand und den sie nicht erkannten, gläubig befolgten, brachte die Wende.
Auch wir kennen ähnliche Situationen. Misserfolge, Enttäuschungen, es läuft nicht so, wie wir es uns vorstellen, wir haben auch unsere Erkenntnisprobleme, weil Gott unserer Meinung nach nicht richtig handelt, unsere Stimmung ist angespannt, wir sind traurig und gereizt. Und doch ist der Herr da, er wirkt und schenkt uns Impulse im Gottesdienst, in Begegnungen oder Gesprächen, die wir im Glauben aufnehmen können und die eine Wende bringen.
Einladung zum Mahl
Nach dem zweiten nun erfolgreichen Fischzug lud Jesus die Jünger zum Mahl ein und legte Wert darauf, dass sie auch von ihren Fischen etwas zum Mahl beisteuerten. Man muss ja nicht lange überlegen, um zu begreifen, was dieses Bild für Nachfolger Christi bedeutet, die sich von ihm zum Mahl einladen ließen.
Das entscheidende Gespräch
Danach kam es zu einem entscheidenden Gespräch, zu einer markanten Station in der Reichsgottesgeschichte. Jesus beruft den Jünger Simon in den Petrusdienst. Dabei lenkte der Bezirksälteste den Blick auf eine Entwicklung des Petrus (Fels) und erwähnte Situationen, in denen Petrus ein wenig selbstgefällig formulierte: „Wenn auch alle Ärgernis nehmen, so doch ich nicht“ (Markus 14,29). Auf die Frage Jesu, ob Petrus ihn mehr liebe als diese (Jünger), zeigt seine Antwort, dass er nicht mehr Vergleiche mit anderen zieht, dass er auch erkannt hat, dass es nicht darauf ankommt, besser zu sein als andere. Nachdem er Jesus verleugnet hatte, wusste Petrus, dass es darauf ankam, wahrhaftig in der Liebe des Herrn zu stehen. Nur so kann der Petrusdienst ausgeführt werden. Es ist der Dienst am Eigentum Christi, der Dienst in der Pflege der Anvertrauten, der Dienst in der Vorbereitung auf die Wiederkunft Christi. Dieser Petrusdienst und die damit verbundenen Aufgaben werden heute vom Stammapostel ausgeübt. Er stärkt seine Brüder, er schafft das Einssein im Apostolat und weidet die Lämmer und Schafe Christi.
Besondere Augenblicke schaffen Veränderung
Bezirksevangelist Olaf Auffenberg ging auf den besonderen Augenblick dieses Gespräches ein, welcher das Leben des Simon Petrus entscheidend veränderte. Auch wir haben schon viele besondere Augenblicke in der Nachfolge Christi erlebt, die uns im Sinne Christi verändern konnten. Nutzen wir diese besonderen Augenblicke, beschäftigen wir uns damit.
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