Am 5. Juli 2026 erlebte die Kirchengemeinde Kamen einen außergewöhnlichen Gottesdienst für Entschlafene. Außergewöhnlich, weil Bezirksältester Ralf Ermisch den Gottesdienst feierte und weil für ein Gemeindemitglied, welches an diesem Sonntag das 90. Lebensjahr vollendete, eine Überraschung vorbereitet war.
Neuapostolische Christen glauben, dass der Zustand der verstorbenen Seelen im Jenseits durch das Opfer Christi zum Guten hin veränderbar ist. Deshalb treten neuapostolische Christen in Fürbitte für Entschlafene ein und bitten den Herrn, er möge den Seelen helfen, die unerlöst in die jenseitige Welt gegangen sind. Jährlich werden in den Gemeinden der Neuapostolischen Kirche drei Entschlafenengottesdienste gefeiert, jeweils im März, Juli und November.
Am 5. Juli 2026 lag dem Entschlafenengottesdienst das Bibelwort aus 1. Petrus 4, 6 zugrunde: "Denn dazu ist auch den Toten das Evangelium verkündigt, dass sie zwar nach Menschenweise gerichtet werden im Fleisch, aber nach Gottes Weise leben im Geist".
Rezitative Einstimmung
Eine besondere Einstimmung auf den Gottesdienst erlebte die versammelte Gemeinde zum Gottesdienstbeginn, als Diakon i.R. Hartmut Großmann zwei Verse des Liedes "Sieh, wie in Bethesdas Hallen" mit Pianobegleitung rezitierte.
Verkündigung des Evangeliums bringt Heil
Bezirksältester Ralf Ermisch unterstrich in der Predigt, dass dieses Bibelwort ein großartiges und eindrucksvolles Fundament für das Entschlafenenwesen sei. Der Sinn der Verkündigung des Evangeliums liege in seiner heilsbringenden Wirkung. Zum Bibelwort aus 1. Petrus 4,6 erwähnte bereits Stammapostel Wilhelm Leber seinerzeit folgenden Kommentar eines Theologen: "In gewisser Weise handelt es sich hier um eine der faszinierendsten Bibelverse. Wenn diese Erklärung des Bibelwortes auch nur annähernd zutrifft, dann bedeutet sie nichts anderes als das atemberaubende Aufleuchten des Evangeliums an einem anderen Ort." Dieses Bild des 'Aufleuchtens' bringt den Kern der Botschaft eindrucksvoll zum Ausdruck. Das Evangelium soll Licht in die Finsternis bringen und unerlösten Seelen den Weg zum Heil in Christus eröffnen.
Das Fürbittgebet wurde eingerahmt in das Chorlied "Herr, vor dem Gnadenthron" (CB 235) und dem Instrumentalvortrag von "Ich hab ein Heim" mit Piano, Quer- und Blockflöte.
Geburtstagslied und Überraschung
Zum Ende des Gottesdienstes stimmte die versammelte Gemeinde freudig und kraftvoll in das Lied "Lobe den Herren, den mächtigen König" (GB 261) mit ein, welches sich Helga M. zu ihrem 90. Geburtstag gewünscht hatte.
Die Geburtstagsüberraschung für Helga M., die bis zur Fusion der Kirchengemeinde Unna-Königsborn im Jahr 2013 zu dieser Kirchengemeinde zählte, hatte Margret R., ebenfalls eine ehemalige "Königsbornerin" organisiert, indem sie weitere ehemalige "Königsborner" sowie den letzten "Königsborner Gemeindevorsteher", Hirte i.R. Ulrich Mönch, für diesen Gottesdienst nach Kamen einlud.
Nach dem Singen des Geburtstagsliedes staunte Helga M sehr, als die eingeladenen ehemaligen Königsborner nach vorn gingen, Hirte Mönch eine kleine Ansprache an Helga M. richtete und die ehemaligen Königsborner ihr herzliche Glück- und Segenswünsche übermittelten und ihr ein Präsent überreichten.
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