Am Samstag, den 20. Juni 2026, nahmen trotz der hohen sommerlichen Temperaturen einige Familien aus unserem Kirchenbezirk mit ihren Kindern am Erlebnistag im Bibeldorf Rietberg teil.
Schon während der Führung boten die verschiedenen Häuser und Stationen auf dem Gelände immer wieder willkommene Möglichkeiten zur Abkühlung – besonders auch im Ziegenhaarzelt. Dort wurde anschaulich geschildert, wie das Gewand eines Nomaden getragen und genutzt wurde. Ein Mädchen durfte dies sogar am eigenen Leib ausprobieren: Tagsüber wurde das Gewand mit einem Gürtel hochgebunden, um Bewegungsfreiheit zu schaffen. Nachts wurde der Gürtel gelöst, sodass das lange Gewand wie eine Art Schlafsack zum Schutz und Wärmen diente. Besonders praktisch: Die Ärmel konnten mit wenigen Knoten sogar in Tragetaschen umfunktioniert werden.
Während des Rundgangs erhielten alle - Kinder wie Erwachsene - viele spannende und fundierte Einblicke in die Lebenswelt zur Zeit Jesu. Sehr interessant zum Beispiel, dass Geschäfte damals häufig auf öffentlichen Toiletten abgeschlossen wurden – daher kommt sinnbildlich auch der Ausdruck, dort „sein Geschäft“ zu machen.
Ein weiterer interessanter Halt war die Synagoge. Dort wurde erklärt, dass die Zehn Gebote im hebräischen Original nicht mit einem strengen „Du sollst“ beginnen, was oft wie ein „Du musst“ verstanden wird, sondern eher im Sinne von „Du tust gut daran“ oder „Ich rate dir“. Außerdem war sehr lehrreich, dass ein Gottesdienst damals nur in Anwesenheit von mindestens zehn Männern gefeiert werden konnte. Umso beeindruckender wirkt Jesu Wort: „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.“ Eine revolutionäre Einladung – unabhängig davon, ob Mann, Frau oder Kind.
Nach der Führung stärkten sich alle bei einem gemeinsamen Picknick im Schatten, bevor anschließend noch Zeit blieb, das Gelände auf eigene Faust weiter zu erkunden. Einige Kinder konnten dabei sogar eigene Holzdübel herstellen und mit echten Holzhämmern bearbeiten – ein Erlebnis, das großen Anklang fand.
Besonders bereichernd waren auch die vertieften Erklärungen dazu, wie bestimmte Gleichnisse und biblische Begebenheiten im historischen Kontext zur Zeit Jesu verstanden werden wollten. Über das gesamte Gelände verteilt beeindruckten zudem zum Teil mehrere Meter große Figuren aus Schrott, die verschiedene Szenen aus der Bibel eindrucksvoll darstellten.
So wurde der Tag im Bibeldorf Rietberg für alle Beteiligten zu einer lebendigen und lehrreichen Reise in die Welt der Bibel.
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