Am 15. Februar 2026 traf sich die Kirchengemeinde Werries nach dem Gottesdienst zu einem Gespräch unter dem Titel „Tiere, Seele und die Sicht der Bibel“.
Zu Beginn wurde eingegrenzt: Es sollte nicht um Tierethik, Vegetarismus oder andere naheliegende Themen gehen, sondern ausschließlich um den Begriff „Seele“ im Zusammenhang mit Tieren – und darum, wie die Schrift dieses Thema behandelt.
Auf die Impulsfrage, ob Tiere eine Seele haben, kamen viele spontane und durchaus gegensätzliche Antworten:
„Mein Hund spürt genau, wie es mir geht.“
„Mein Pferd merkt jede Stimmungsänderung.“
„Tiere haben doch eine Seele – das fühlt man.“
Aber auch ein klares: „Niemals!“
Was sagt die Bibel?
Im Anschluss wurde erläutert, dass der Begriff „Seele“ (nefesch) im Alten Testament etwa 750-mal und im Neuen Testament rund 100-mal vorkommt. Etwa 20 Stellen erwähnen „Seele“ ausdrücklich im Zusammenhang mit Tieren. Dabei verwendet die Schrift denselben Begriff wie beim Menschen.
Nefesch bedeutet „lebendiges Wesen“ oder „lebendige Person“. Der Mensch ist Seele – und genau dieses Wort wird auch für Tiere (nicht jedoch für Pflanzen) verwendet (vgl. Gen 2,7; Gen 1,20–24).
Zugleich zeichnet die Bibel eine Vision der erneuerten Schöpfung, in der Tiere ausdrücklich mitgedacht werden – als Teil des von Gott befriedeten Ganzen (vgl. Jes 11,6–9; Röm 8,19–22).
Viele waren überrascht über die Vielfalt und Klarheit der biblischen Aussagen. Eine zentrale Frage lautete:
„Worin liegt dann der Unterschied zwischen Mensch und Tier?“
Die Antwort aus biblischer Sicht: Der Unterschied besteht nicht darin, dass nur der Mensch eine Seele hätte, sondern im Auftrag. Der Mensch wird als Ebenbild Gottes beschrieben – mit Verantwortung für die Schöpfung.
Ausblick
Das Gespräch hat gezeigt, wie unterschiedlich unsere Vorstellungen sind – und wie spannend es sein kann, genauer in die Bibel zu schauen. Vielleicht geht es am Ende weniger um die Frage, wer eine Seele hat, sondern darum, wie wir Leben verstehen – und wie wir mit ihm umgehen.
Einige weiterführende Fragen wurden bereits notiert – etwa die nach dem Geist des Menschen: Ist er Lebenskraft, göttlicher Atem oder mehr? Stoff für weitere Gespräche.
19. Februar 2026
Text:
Dieter Schulze
Fotos:
Dieter Schulze
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