Zur Ölbergstunde am Gründonnerstag hatte der ökumenische Arbeitskreis in Holzwickede/Opherdicke eingeladen. Eine kleine Gruppe neuapostolischer Christen hatte sich vor Ort eingefunden und erlebte getrennt den evangelischen Gottesdienst und die katholische Messe mit.
Der Gründonnerstag steht ganz im Zeichen des Abschieds Jesu. Zum letzten Mal vor seinem Leiden und Sterben kommt er am Abend mit seinen zwölf Jüngern zusammen. Dabei stehen in der Liturgie der katholischen Kirche zwei außerordentliche Symbolhandlungen im Fokus, die Teil des Vermächtnisses Christi sind: das gemeinsame Mahl und die Fußwaschung der Jünger. Damit verbunden ist auch die sog. Ölbergstunde, da Jesus nach dem Mahl sich mit seinen Jüngern zum Ölberg bzw. zum Garten Gethsemane, am Fuße des Ölbergs aufmachte. Pastor Bernhard Middelanis feierte die katholische Messe in der Liebfrauenkirche in Holzwickede.
Gottesdienst mit Mahlfeier
Die Evangelische Kirchengemeinde Holzwickede beteiligte sich ökumenisch an dieser Ölbergstunde mit einem eigenen Gottesdienst, den Pfarrerin Diemut Cramer mit einem kleinen Kreis von Gläubigen in der evangelischen Kirche am Markt in Holzwickede feierte. Der feierliche Höhepunkt war das gemeinsame Mahl von Brot und Traubensaft im Gedenken an das letzte Abendmahl Christi mit seinen Jüngern.
Kolping-Familie begrüßt und bewirtet
Nach den Gottesdiensten kamen die Gottesdienstbesucher der drei Konfessionen im katholischen Gemeindehaus (Alois-Gemmeke-Haus) zusammen und wurden dort von der Kolping-Familie begrüßt und mit Brot, Käse, Wein bewirtet. Es blieb genügend Zeit sich über das Erlebte auszutauschen.
Ölbergstunde am Stolperstein
Um 21.30 Uhr kam ein noch großer Kreis aus den drei Konfessionen in der Josefstraße am Stolperstein von Karl Luicke zusammen, um dort in besonderer Weise des verstorbenen Holzwickeder Bürgers zu gedenken. Karl Luicke, geboren 1898, verbrachte die Kindheit und Jugendzeit aufgrund einer starken Behinderung ab 1912 in verschiedenen Heilanstalten, wurde 1935 zwangssterilisiert, musste viel Schweres erdulden und starb am 5.6.1945 völlig entkräftet und schwer krank.
Mit einer Bibellesung, dem Verlesen des Lebenslaufes von Karl Luicke, Gebet und liturgischen Gesängen endete dieser besondere Augenblick vor dem Geburtshaus von Karl Luicke.
1. April 2024
Text:
Rita Salewsky
Fotos:
Redaktion Bezirk
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