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Seht die Lilien, wie sie wachsen

 

„Anschauen, anfassen, riechen, aber nicht reinbeißen.“ Mit diesen Worten wurden die zehn- bis vierzehnjährigen Kinder aus dem Kirchenbezirk Hamm am Sonntag, den 11. Juni 2023 zum Kindergottesdienst in der Gemeinde Unna begrüßt.

Im Eingangsbereich der Kirche wurden fünf verschiedene Blumen präsentiert. Die Gottesdienstbesucher wurden aufgefordert, diese richtig zu benennen. Dazu durfte man sie nicht nur anschauen, sondern auch daran riechen und sie berühren. Diese Aktion sollte auf das Bibelwort des Gottesdienstes aus Lukas 12,27 vorbereiten.

Zu Gottesdienstbeginn trugen die Amtsbrüder die Blumen zum Altar und stellten sie dort auf.

Die Lilie – eine Zierpflanze
Priester Carsten Neubacher begrüßte zunächst die „neuen“ Kinder, die an diesem Sonntag zum ersten Mal am Kindergottesdienst und den nachfolgendem Religionsunterricht teilnahmen.

Zu Beginn seiner Predigt fragte er die Kinder, ob sie die Blumen aus dem Foyer erkannt haben, und ob sie wüssten, welche davon eine Lilie ist. Nachdem die Antwort gefunden war, erklärte er den Kindern, dass Lilien schon zu König Salomos Zeiten als Schmuck verwendet wurden. Nicht nur die Pflanzen selbst, sondern auch als Symbole in Stein gehauen um Gebäude zu verschönern.

Gartenarbeit
„Wer hat Ahnung vom Gärtnern?“ So Priester Neubachers nächste Frage an die Kinder. Vier Kinder meldeten sich und wurden nach vorne gebeten. Vor dem Altar war eine Kiste aufgebaut. Die Kinder beschrieben den anderen Gottesdienstteilnehmern, was sich in der Kiste befand: Symbole für Regen, Sonne und Wind. Dazu noch verklumpte Erde, Steine, Müll, Gartenwerkzeug, Düngerstäbchen und eine Blumenzwiebel.

Doch was stellt man mit all diesen Dingen an? Die vier Kinder konnten zusammen schnell die Lösung finden.

Zunächst wurden Müll, Steine und alte Wurzeln entfernt. Danach die Erde mit der Harke gelockert und mit dem Spaten ein Loch gegraben. Zum Schluss wurde die Blumenzwiebel in das Loch gelegt und mit Erde bedeckt. „Auf Sonne, Wind und Regen haben wir keinen Einfluss“, erkannten die Kinder.

Priester Neubacher erklärte, dass die Pflanze umsorgt werden muss, damit sie wachsen kann.

„Es soll in uns etwas wachsen!“
Priester Neubacher setzte seine Predigt mit dem Vergleich zur geistigen Ebene fort. Gott möchte, dass wir gute Menschen werden. Doch wie steht das in Zusammenhang mit der gerade gesehenen Pflanzkiste?

1. Die heilige Wassertaufe: Unser Herzensboden wird vorbereitet (Müll und Steine entfernen / Erde auflockern)

2. Die heilige Versiegelung: Gott legt in uns ein neues, göttliches Leben (Blumenzwiebel einpflanzen.)

3. Heiliges Abendmahl: Die Pflege für die Seele

Aber auch Sündenvergebung, Gebet und das Wort Gottes sind Pflege für unsere Seele, (Regen, Wind und Sonne).

4. Glaubenserlebnisse: Sie bestärken unseren Glauben (Düngestäbchen)

Die Schönheit vor Gott
Eine Blume wächst nicht von heute auf morgen. Zunächst sieht man nichts, dann erkennt man einen kleinen, grünen Stengel und auf einmal ist die Blume da und sieht schön aus.

Die Gnade Gottes ist unsere Pflege und wenn wir wachsen, können wir dadurch für andere da sein, ihnen helfen und mit unseren Gaben Gott dienen. Das ist die Schönheit vor Gott.

Früchte des Glaubens
In einem kurzen Predigtbeitrag sprach Priester Daniel Klingel von Pflanzen, die Früchte bringen, z.B. Trauben am Weinstock oder Ähren, die auf dem Feld wachsen. Auch wir können Früchte tragen. Das sind unter anderem Glaube, Liebe und Hoffnung.

Vor der Feier des heiligen Abendmahls wurde noch der Merksatz von den Kindern gebildet: Das göttliche Leben soll in mir wachsen!

Eine kleine Pflanzaktion zum Abschluss erfreute Kinder und Erwachsene.

 

9. Juni 2023
Text: Heike Fetter, Rita Salewsky
Fotos: Michel Lenze

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