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Jesus – die Tür: Video-Stream aus Bönen

 

Am Sonntag, den 11. April 2021 feierte Bischof Karl-Erich Makulla in der Kirche in Bönen den virtuellen Gottesdienst, der über Video-Stream und Telefon in die Kirchenbezirke Paderborn und Hamm übertragen wurde. Ihn begleiteten die Bezirksältesten Olaf Koch und Ralf Ermisch.

Predigtgrundlage des Gottesdienstes war das Bibelwort aus Johannes 10, 7-8: Da sprach Jesus wieder: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ich bin die Tür zu den Schafen. Alle, die vor mir gekommen sind, die sind Diebe und Räuber; aber die Schafe haben ihnen nicht gehorcht.

Der Gottesdienst begann mit einer Rezitation der 2. Strophe des Chorliedes 266 in der es heißt: "Er öffnet den Ärmsten die Tür". Bischof Makulla stellte den wenigen Anwesenden und der großen virtuellen Gemeinde die Frage, ob sich jeder durch diese Aussage angesprochen fühle.

"Ich-bin-Worte" auf sich beziehen
Das Bibelwort sei den „Ich-bin-Worten“ Jesu entnommen. Was – so Bischof Makulla – sind unsere „Ich-bin-Worte“? Vielleicht: Ich bin traurig, belastet, enttäuscht, verärgert? Oder ich bin gut drauf, bin dankbar und glücklich. Wenn der Bezugspunkt dieser Ich-bin-Worte das Verhältnis zu Gott beschreibt, dürfen wir bekennen: Ich bin ein Gotteskind, ein Erstling, ich bin berufen zur Teilnahme an der Wiederkunft Christi; aber auch: Ich bin ein Sünder, ich bin arm.

Kontext zum Bibelwort
Zum Bibelwort wies Bischof Makulla darauf hin, dass des Nachts einzelne Schafherden gemeinsam in einer sog. Hürde, einem großen Raum, übernachteten. Mietlinge bewachten diese Schafherden, wurde dafür auch bezahlt, hatten aber keinen Bezug zu den Schafen und schützen diese auch nicht, wenn Gefahren z.B. durch Wölfe drohten. Ein guter Hirte verlasse seine Schafe nicht, er setze sich für sie ein, wobei es vorkommen kann, dass ein Hirte sein Leben verlieren kann, um seine Schafe zu schützen. Im Morgengrauen betraten die Hirten die Hürde durch die Tür, riefen ihre Schafe und diese erkannten ihren Hirten an der Stimme.

Einladung in die Sonntagschule
Mit Blick auf die Überschrift des 10. Kapitels des Johannesevangeliums "Der gute Hirte" lud Bischof Makulla alle Gottesdienstteilnehmer zu einer "kleinen Sonntagschule" ein und verwies dabei auf das bekannte und bei Kindern sehr beliebte Gesangbuchlied 269 "Weil ich Jesu Schäflein bin". In diesem Lied wird sehr treffend in kindlicher Sprache der gute Hirte Jesus Christus beschrieben.   

Jesus die Tür zu den Schafen - bedeutungsvolle Aussage
Mit der Aussage Jesu, dass er die Tür zu den Schafen sei, machte Jesus damals deutlich, dass nur durch ihn allein Heil erlangt werden könne. Er ist somit auch die Tür zum ewigen Leben. Jene, die seine göttliche Autorität und Gesandtschaft nicht anerkennen, beschreibt er als Diebe und Räuber und ergänzt diesen Hinweis damit, dass die Schafe ihnen nicht gehorcht haben. Jesus als Tür zu den Schafen bedeute auch, dass der Zugang zu jeder einzelnen Seele nur durch und mit Christus möglich sei. Jeder - so der Bischof - der seelsorgerische Verantwortung trage, müsse diese Verbindung zu Christus immer wieder prüfen und daran arbeiten, dass Wort und Tat übereinstimme. 

Um eines nur jammert's mich
Bezirksältester Olaf Koch aus dem Kirchenbezirk Paderborn ging auf das zuvor mit Orgel und Klavier vorgetragene Chorlied (CM 339) "Neunundneunzig Schafe" ein und wies auf die 2. Strophe hin, in welcher der Liederdichter zum Ausdruck bringt, dass der Hirte dem einen verlorenen, verirrten Schaf nachgeht, welches sich aus der Herde entfernt hat. So offenbare sich die Liebe Jesu, dass er jeder Seele nachgehe und Heil bringe.

Vorbereitung auf Sündenvergebung
Bezirksältester Ralf Ermisch aus dem Kirchenbezirk Hamm führte die Vorbereitung zur Sündenvergebung durch und erinnerte daran, welche Kränkungen und Verletzungen im mitmenschlichen Bereich oft erlebt werden. Dies geschehe auch in der Gemeinschaft der Gläubigen. Wie gehen wir damit um? Nehmen wir den Kampf auf, um vergeben zu können? Wer das tue - so der Bezirksälteste - erlebe eine völlige Veränderung. Er spüre Freiheit, spüre Frieden. Zweimal in der Woche können wir Sündenvergebung erleben. Da sollte es keinem schwerfallen, dem Nächsten zu vergeben.

Amen - Ja, so ist es
Vor dem Schlussgebet wies Bischof Makulla mit Blick auf die nicht durchgeführte Abendmahlsfeier darauf hin, dass wir nach Empfang der ausgesonderten Hostie den Empfang von Leib und Blut Christi mit einem AMEN vor Gott und der Gemeinde bestätigen, bekräftigen und bekennen: Ja so ist es! Du Herr hast dein Leib und Blut für mich dahingegeben. Lasst uns - so die Bitte des Bischofs - in den künftigen Präsenzgottesdiensten mit Feier des Heiligen Abendmahls dieses Bekenntnis immer wieder neu vergegenwärtigen  und es bewusst erneuern. 

Mit Gebet und Schlusssegen endete dieser Gottesdienst. 

13. April 2021
Text: Redaktion/RS
Fotos: A. Poguntke

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