Aus Anlass des 100-jährigen Bestehens der Kirchengemeinde Bönen feierte Apostel Wolfgang Schug am 14. Juni 2020 den Festgottesdienst. Begleitet wurde Apostel Schug von Bischof Karl-Erich Makulla, dem Bezirksältesten Ralf Ermisch und Bezirksevangelisten Olaf Auffenberg.
Trotz der Einschränkungen durch erforderliche Maßnahmen des Infektionsschutzes konnte nahezu die gesamte Kirchengemeinde Bönen am Festgottesdienst zum 100-jährigen Jubiläum teilnehmen. Zum kleinen Teil waren Gemeindemitglieder im Präsenzgottesdienst anwesend und zum überwiegenden Teil erlebten die Gemeindemitglieder den Gottesdienst per Telefonübertragung.
Dem Festgottesdienst lag das Bibelwort aus dem 1. Petrusbrief 1, 15.16 zugrunde: "...sondern wie der, der euch berufen hat, heilig ist, sollt auch ihr heilig sein in eurem ganzen Wandel. Denn es steht geschrieben (3. Mose 19,2): Ihr sollt heilig sein, denn ich bin heilig."
Apostel Wolfgang Schug definierte zu Beginn der Predigt die Bedeutung der Heiligkeit Gottes. Sie gehöre zum Wesen Gottes und zeige sich in seiner Unantastbarkeit. Gott heilige die, die an Christus glauben. So konnten sich in den 100 Jahren die Gläubigen immer wieder heiligen lassen.
Im Weiteren führte der Apostel aus, dass Geheiligte in Christo sich durch den Heiligen Geist führen lassen und im Heiligen Abendmahl Kraftzufuhr erleben. 100 Jahre hat es hier - so der Apostel - Schutz und Gnade gegeben. Heilig sein und bleiben, damit das Göttliche bleibt, sei eine wichtige Aufgabe in der Nachfolge Christi.
Den Nächsten annehmen und barmherzig sein
Apostel Schug wies auch darauf hin, dass jeder Christ den Anderen annehmen möge. Zu dieser Haltung sei ihm ein Detail aus der Chronik aufgefallen. Als die Alliierten nach Bönen kamen, beanspruchten sie das Kirchengebäude und die darin befindliche Wohnung des Vorstehers. Ein Diakon nahm den damaligen Vorsteher mit seiner Familie ohne viel Aufhebens bei sich auf.
Entwicklung zu Gott hin
Bischof Karl-Erich Makulla, der als Bönener von Kind an zur Gemeinde gehört, berichtete in seinem Predigtbeitrag, dass Prüfungsanwärter in seinem beruflichen Umfeld häufig die Aussage treffen: „Ihr wollt mich fertig machen!“. Er stimme ihnen dann zwar zu, erläutere aber gleichzeitig, dass damit nicht ein „Niedermachen“ gemeint sei, sondern vielmehr ein Vorbereiten auf das Berufsleben. „Fertig machen“ im göttlichen Sinn, bedeute für gläubige Christen kein Niederdrücken oder Bestrafen, sondern umfasse eine Entwicklung zu Gott hin.
Ruhesetzung von Priester Jürgen Thews
Nach der Sündenvergebung und der Feier des Heiligen Abendmahls erfolgte die Ruhesetzung von Priester Jürgen Thews. Vor der Ansprache spielte seine Enkelin ihm auf der Violine das Lied "Bewahr‘ auf deinen Wegen“.
In der Ansprache wies Apostel Schug auf die mehr als 40-jährige Amtstätigkeit von Priester Thews hin, 26 Jahre davon diente er im Priesteramt. Mit Besonnenheit und Beständigkeit habe er alle Aufgaben ausgeführt, die ihm in der langen Zeit seiner Amtstätigkeit übertragen wurden. Auf ihn sei immer Verlass gewesen.
Apostel Schug bedankte sich herzlich bei ihm und wünschte ihm und seiner Gattin weiterhin Gottes Segen und Schutz. Da ein persönlicher Händedruck nicht möglich war, spendeten ihm die Gemeindemitglieder minutenlang Applaus.
Kurz-Chronik der Kirchengemeinde Bönen
Der Ursprung der Kirchengemeinde fällt in das Jahr 1910, als die ersten neuapostolischen Christen aus Bochum nach Bönen zogen. 1920 fand sich für die über sechzig neuapostolischen Christen, die bis dahin die Gottesdienste in Unna besuchten, die Möglichkeit, im Waschhaus der Gemeindemitglieder Milk in der Zechenstraße Gottesdienst durchzuführen. Das war die Geburtsstunde der heutigen Kirchengemeinde Bönen.
Nachdem die Gemeinde acht Jahre bei beständigem Wachstum Gottesdienste im Kinosaal und in Gaststätten erlebte, konnte 1928 in der Friedhofstraße die Kirche gebaut werden.
Ein weiteres Kirchengebäude wurde 1961 in Ostbönen in der Woortstraße errichtet und durch Apostel Wilhelm Knaupmeier eingeweiht. Durch die Bahnlinie getrennt, zeigten die beiden Kirchengemeinden in der Folgezeit inneres und äußeres Wachstum.
Im Jahr 1990 wurde die Kirche in der Friedhofstraße abgerissen und auf dem gleichen Grundstück eine neue Kirche erbaut. Im Einweihungsgottesdienst, den der damalige Bezirksapostel Hermann Engelauf durchführte, waren über vierhundert Anwesende zugegen.
Nach über 50 Jahren führte Apostel Wolfgang Schug 2015 den letzten Gottesdienst in der Kirchengemeinde Bönen-Ost durch und profanierte das Kirchengebäude in der Woortstraße. Ab diesem Zeitpunkt begann für die beiden bisherigen Kirchengemeinden als neue „Gemeinde Bönen“ am Standort Friedhofstraße wieder eine gemeinsame Zukunft.
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